Kinder brauchen Sicherheit

Pressemitteilung zum Besuch beim Kinderschutzbund und im LukasZentrum

Kinder und deren Familien begleiten und unterstützen – das ist die tägliche Arbeit der Haupt- und Ehrenamtlichen des Kinderschutzbundes sowie des LukasZentrums, das von der Diakonie betrieben wird. Anlässlich ihrer Wahlkreis-Sommertour hat die grüne Bundestagsabgeordnete Stephanie Aeffner die beiden Einrichtungen besucht und sich mit den Teams über aktuelle Herausforderungen und die Auswirkungen der hohen Kinderarmutsquote im Quartier Weststadt ausgetauscht. Aeffner liegt die Absicherung von Familien mit Kindern ganz besonders am Herzen: „Wir Grüne setzen uns nicht nur für die Kindergrundsicherung, sondern auch für eine Anpassung der Regelsätze ein. Nur so können wir ein würdiges Leben für alle Menschen garantieren und die Bildungs- und Teilhabechancen dieser Kinder sichern.“

Mehr als 30 Prozent der Kinder in der Weststadt leben in Armut. Entsprechend hoch ist der Unterstützungsbedarf der Familien in unmittelbarer Nachbarschaft der beiden Einrichtungen. Dem steht eine begrenzte Zahl an Personal und Ressourcen gegenüber. So kann das LukasZentrum aktuell 35 Plätze in seinen fünf Hausaufgaben-, Sprach- und Lernhilfegruppen (HSL) für Grundschüler*innen anbieten. 80 Kinder stehen auf der Warteliste, berichtete Elena Link, Leiterin der Abteilung Gemeinwesendiakonie Pforzheim und des LukasZentrums. Viele der betreuten Kinder stammen aus bildungsfernen Familien. Die Eltern, so Annika Breling als Verantwortliche für die HSL-Gruppen, kämen bei der Unterstützung an ihre Grenzen. Für die Kinder bedeute das weniger Bildungsgerechtigkeit und somit schlechtere Teilhabechancen.

Begrenzt sind auch die Wohnverhältnisse, in denen viele dieser Kinder leben. Beim Kinderschutzbund bekommen sie Raum, um unbeschwert Kind zu sein. Dabei verfolgt das Team um Geschäftsführerin Doris Möller-Espe ein Mehrgenerationenkonzept. Neben Spielgruppen oder Hausaufgabenbetreuung wird unter anderem auch sozialpädagogische Hilfe für die gesamte Familie angeboten. Des Weiteren gibt es materielle Unterstützung, beispielsweise in der Kleiderecke. Hier ist gegen Tausch oder eine kleine Spende Kinderkleidung erhältlich. „Die Armut ist hier allgegenwärtig“, so Möller-Espe. Für sie steht fest, dass mehr für diese Familien getan werden muss. „Kinder haben das Recht auf ein Aufwachsen in sozialer Sicherheit. Mit Hartz IV ist das nicht möglich. Ganz wichtig ist dem Kinderschutzbund daher, dass Kinderrechte in das Grundgesetz aufgenommen werden. Denn bis heute werden bei Entscheidungen in Politik, Verwaltung und Rechtsprechung die Belange von Kindern und Jugendlichen nicht ausreichend berücksichtigt“, so die Geschäftsführerin. Auch Link fordert mehr Unterstützung: „Diese Kinder sind die Zukunft dieser Stadt, denn sie werden hierbleiben. Deshalb muss jetzt in sie investiert werden.“

„Die Arbeit, die hier geleistet wird, ist Hilfe für viele Einzelne, aber auch ein Dienst an unserer Gesellschaft. Dafür gilt allen mein herzlichster Dank“, erklärt Aeffner, die die Forderungen der beiden Frauen voll unterstützt. „Kinder brauchen Sicherheit. Die Kindergrundsicherung ist ein wichtiger Schritt für mehr Chancengleichheit, den wir als Ampel-Koalition machen werden“, so die Sozialpolitikerin. Klar sei aber auch, dass diese allein die Probleme nicht lösen wird. „Solange die Regelsätze im SGB II- bzw. ab 2023 Bürgergeld-Bezug für Erwachsene nicht bedarfsdeckend sind, werden viele Kinder mit ihren Eltern weiterhin unter Armut leiden. Es ist daher wichtig und gut, dass wir im Zuge der Bürgergeldreform und der Einführung der Kindergrundsicherung nun auch die Anpassung der Regelsätze angehen“, sagt die Abgeordnete.

Besuch beim Kinderschutzbund